A Travellerspoint blog

Reisefaul

Derzeit tue ich etwas, was ich nie von mir gedacht haette - klassischer Resort-Urlaub!

sunny 32 °C
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Phu Qouc Island - Nun lieg ich schon seit 4 Tagen am Strand, tagein tagaus derselbe Tagesrhythmus. Aufwachen gegen 7, da man ja dank der Waerme sowieso nicht laenger schlafen kann. Dann schnell ne Huette am Strand besetzen und die erste Runde schwimmen. Dann Fruehstueck, eincremen und wieder raus in die Sonne. Nun abwechselnd sich von allen Seiten braun braten lassen, zwischendurch entweder im Meer oder in der Haengematte verschwinden. Gegen Mittag sich eine Pomelo oder eine Ananas frisch zubereiten lassen um dann wieder in denselben Tagesrhytmus verfallen. So gegen 6 ist dann Sonnenuntergang, der in der Regel mit dem Abendessen einhergeht. Noch 1-2 Bier und der Tag ist wieder geschafft. Gott, bin ich faul geworden!!!

Posted by Kays Welt 18.01.2007 2:45 AM Archived in Vietnam Comments (0)

Hue

Nein Beate, dies ist kein Laenderkuerzel! Auch kein Ausruf der Begeisterung oder sonstiges! ;) Es ist eine Stadt in Zentral-Vietnam. Und voll mit Touristen!

semi-overcast 25 °C

Die ersten haben wir schon im Nachtzug von Ninh Binh getroffen, 2 Deutsche, die jeden Winter in der Ferne verbringen. Sie reisen immer fuer 3 Monate und besuchen dabei ihre ueber die Welt verteilten Luxusgueter wie Autos und Motorraeder. Ach ja, Freunde besuchen sie auch...!Unser Hotelzimmer ist wohl mit Abstand das Beste was wir bisher hatten. Balkon, Bad (und keine NassZELLE) mit Badewanne und sogar Teppich! Haette mich ja fast totgelacht als Anne, voellig fertig vom langen Weg Bhf - Hotel , bei der Preisverhandlung ganz mitleidig verkuendet: "Also mehr als 5 $ haben wir nie bezahlt, 10 $ sind fuer uns einfach zuviel!" Frech gewinnt und so haben wir unsere Luxusherberge fuer 8 $. Handeln war bei den Chinesen einfacher, die Vietnamesen sind einfach zu nett! Wir muessen wohl haerter werden! ;)

Posted by Kays Welt 2:11 PM Archived in Vietnam Comments (0)

Auf nach Nepal

Ein letztes Mal die 5000er bezwingen, die tolle Aussicht geniessen und dann immer abwärts, Nepal entgegen!

sunny
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Nun endlich Nepal! Wenn man von der baumlosen, kalten und windigen tibetischen Hochebene zum Grenzübergang nach Nepal kommt, mutet es einem an als nähere man sich dem Paradies. Erst ein paar Gräser, dann Büsche und schliesslich Bäume sind an den Hängen der Schlucht zu sehen. Blüten, Schmetterlinge, ja sogar Vögel sind wieder dabei und der bisher triste Farbkanon aus blau (Himmel), weiss (die schneebedeckten Berge) und braun (alles andere) wird mit allen anderen Farben ergänzt.
Aber wie wir aus der Geschichte der Menschheit wissen, gilt es ein paar Hürden auf dem Weg zum Paradies zu meistern.Und hier ist es der chinesische Grenzposten, der just zu unserer Ankunftszeit in seine Mittagspause verschwindet - ergo 2 Stunden Wartezeit für uns. So interessant ist dieser Grenzort nun auch wieder nicht und für mich läuft die Zeit. Morgen um 13:30 will und muss ich pünktlich im SCI-Hauptquartier in Panauti sein. Aber ändern kann ich es sowieso nicht und begnüge mich damit, die Szenerie und die Sonne auf mich wirken zu lassen. Der Grenzort, sehr geschäftig wie überall in China, zieht sich wie ein langes Band an der in Serpentienen absteigenden Strasse entlang. Die Geldwechsler geben auch nach dem 10. Nein nicht auf, ob sie sich Gesichter nicht merken können oder wollen? ;) Ein anderer Chinese mit doch sehr komisch anmutendem Buckel versucht mit Schaufel und Besen die Grenze zu überqueren. Da anscheinend das Mittagsessen die volle Aufmerksamkeit der Grenzbeamten verdient, gelingt dem "Strassenkehrer" dies auch. Inzwischen haben sich weitere Reisende der Wartegemeinschaft angeschlossen. Darunter sind auch andere Jeepbesatzungen, die uns auf dem Weg von Lhasa hierher "begleitet" haben. Gemeinsam verlassen wir dieses Land, nicht ohne vorher nochmal unser Gepäck durchleuchten zu lassen. Nicht notwendig zu erwähnen, dass die Grenzbeamtin vor den Monitoren ausschliesslich mit der Lektüre ihrer Zeitung beschäftigt ist. ;) Nach dem 3. (!) Vorzeigen des Passes dürfen wir endlich die "Brücke der Freundschaft" überqueren. Auf nepalesischer Seite werden wir freundlich von einem Grenzer mit einem "Namaste" (nepalesisch Guten Tag) begrüsst. "Wer braucht noch ein Visum?" ist die nächste Frage, 5 min später hab ich meines im Pass. Wie locker das alles gehen kann... Nepal hat nicht wirklich viel mit China gemein, genau genommen gar nichts. Ich bin sofort in einer anderen Welt und bin mir sicher, so manche chinesische Eigenart nicht zu vermissen! ;)

Posted by Kays Welt 24.11.2006 11:15 PM Archived in China Comments (0)

McDonalds wird sexy!

Ich habe gesündigt! Ich konnte der Versuchung nicht widerstehen!

overcast
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JAAAA, ich war bei Mc-Die-Welt-Schmeckt-Überall-Gleich-Donalds. Auch wenn es mit unserer Kultur nichts gemein hat, ist ein Besuch doch immer wieder wie eine Heimkehr nach langer Reise. Und was erblicken da meine Augen? Prangt doch jetzt tatsächlich ein grosses, gelbes M auf der rechten Gesässtasche jeder Mitarbeiter-Jeans! Jetzt wird sogar der Hintern zur Corporate-Identity dazugezählt. Wird er nun zukünftig Einstellungskriterium? Schliesslich soll den Gästen ja beim Anblick der Eigenwerbung nicht der Appetit vergehen... Aber darf ich da überhaupt hinschauen? Oder ist das dann schon sexuelle Belästigung? Na, in Deutschland wird es das wohl nicht geben, ich höre schon den Ruf: "Das ist Sexismus!" Ja und? Wenn es denn den Umsatz (und nur den!!!) nach oben treibt...

Und noch weitere Neuerungen. Die M-Invasoren stellen sich ganz auf ihre lokale Zielgruppe ein. Es gibt den Hamburger auch mit Reis-Crackern als Brötchenersatz. Meine Experimentierfreudigkeit hat sich aber dennoch erstmal auf die neuen Wir-können-auch-kopieren - Kaffeemöglichkeiten beschränkt. Hier gibt es jetzt alles was Starbucks um die Ecke auch anbietet. Genehmigen Sie sich zuerst die Blutverfettung mit Hilfe unserer bewährten McDonalds-Produkte , um dann mit einem kräftigen Schluck McCafe-Kaffees den Herzinfarkt zu beschleunigen. Na das nenn ich Kundenservice, endlich mal alles aus einer Hand!

Posted by Kays Welt 22.11.2006 7:13 AM Archived in Hong Kong Comments (0)

Ich fühl mich 3-Wetter-Taft

Die Probleme eines Jetset-Touristen

all seasons in one day 23 °C
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Morgens Bangkok, die Sonne brennt, aber die Frisur sitzt
Mittags Macau, bewölkt und windig, aber die Frisur sitzt
Abends Hongkong, very british - es regnet, aber die Frisur...scheiss auf die Frisur, ich bin klitschnass!

Tja, das ist die Kurzform meines heutigen Jetset-Tages. Nach verspätetem Abflug aus Bangkok (Billig-Airline halt...), einer Stadt-Stau-Rundfahrt mit Linienbus in Macau und einer 1 stündigen Bootsfahrt bin ich nun in Hongkong angekommen.

Mein Hostel ist schon ein bisschen merkwürdig. Das Haus hat 15 Stockwerke, die völlig unterschiedlich genutzt werden: Geschäfte, Werkstätten, Wohnungen und eben Hostels. Ich bin, welch ein (Un)glück, im 13. Stockwerk gelandet. Hätte aber auch jedes andere sein können, denn die Chinesen, gar nicht blöd, haben hier mehrere wohlklingende Hostels in diesem Haus. Ob nun Travellers-, USA- oder Kowloon-Hostel - hinter allen verbirgt sich doch nur ein und derselbe Inhaber. Die Dorms sind wie immer, nur die Bade-"zimmer" haben eher japanischen Charakter. Auf weniger als 1 Quadratmeter sind Toilette, Waschbecken und ein Duschkopf untergebracht. Jetzt hab ich eine Vorstellung, was wir Deutsche wohl unter "Nasszelle" zu verstehen haben! winkend

Ich hab dann am Fahrstuhl, der nur eingeschränkte Servicezeiten hat, noch einen Engländer aufgegabbelt - wir sind dann zusammen zum China-Imbiss um die Ecke und schlussendlich dann in einem englischen Pub gelandet. Zum Guiness gab es noch Jazz-Musik. Das muss man sich mal vorstellen, englisches Bier in einem englisch aussehenden Pub, um einen herum fast nur westlich aussehende Mitsäufer und dazu eine Jazz-combo, die bis aus einen Alibi-Briten aus Asiaten (wohl Philipinos) besteht. Netter Mix, auch wenn der Jazz eher auswendig gelernt wirkt. Aber dieser Mix der Kulturen bestimmt das Leben hier...

Posted by Kays Welt 21.11.2006 2:41 PM Archived in Hong Kong Comments (0)

Trekken am Annapurna

sunny
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  • 1. Tag: Pokhara - Naya Pul - Tikedungha

Die Vorbereitungen sind erledigt, mein Rucksack ist mit Proviant vollgepackt und ich bin frohen Mutes. Der Annapurna-Circuit oder wenigstes ein Teil davon wartet auf mich. Es ist ein beeindruckender Wanderweg, der auch ueber den 5416 m hohen Thorung La Pass fuehrt. Circa 3 Wochen benoetigt man fuer die gesamte Wegstrecke, die Zeit hab ich leider nicht. So werde ich nur bis Tatopani, den heissen Quellen, wandern und von dort aus ueber Beni wieder nach Pokhara zurueckkehren. Wer mehr wissen will, hier gehts zum Wikipedia-Eintrag.

Auch einen geheimnisvollen Brief vom Leiter der Schule, wo mein Workcamp stattfand, hab ich - schoen mit Stempel. In nepalesisch verfasst versteh ich ihn natuerlich nicht. Mit ihm hoffe ich, an den TRC- und Maoisten-Checkpoints vorbeizukommen. Kurz bevor ich gestartet bin wurde der TRC neu eingefuehrt. Damit wird es fuer alle Trekker verpflichtend, mindestens einen Guide oder Traeger dabei zu haben. Dies dient vorrangig dazu, Einheimische staerker an Einkuenften aus dem Tourismus partizipieren zu lassen. Nun, einen Traeger brauch ich fuer die 4 Tage und mein bisschen Kram nun wirklich nicht und einen Fuehrer auf dem gut ausgebauten und viel begangenen Weg auch nicht. Ich will alleine wandern und natuerlich Geld sparen! Schlimmstenfalls gibt es Diskussionen, Strafzahlungen oder ich darf den Checkpoint nicht passieren. Schaun wir mal...

Mit dem Bus geht es bis nach Naya Pul, wo gleich die erste Haengebruecke ueber einem Gebirgsfluss auf mich wartet. Auf der anderen Seite werde ich mit einem "Namaste" begruesst - keine Kontrolle, nur ein Einheimischer der sein Englisch praktizieren moechte. Nach kurzem Plausch und seiner Bestaetigung, dass ich auf dem richtigen Weg in Richtung Birethani bin, gehts los. Auf schmalem Weg, eher Trampelpfad, geht es an Terrassenfeldern vorbei in die erste Schlucht. Stellenweise laesst sich der Weg nur erahnen, er schlaengelt sich durch Bananenplantagen, vorbei an Mandarinenbaeumen und wilden Ananas. Auf der anderen Seite der Schlucht ist ein breiter Weg mit einigen Wanderern zu sehen. Bin ich richtig? Nach einem Blick auf die Karte gehts weiter, gleich muesste Birethani kommen. Und siehe da, nach einer weiteren Haengebruecke bin ich da. Vor mir liegt nun der Annapurna Circuit und hinter mir der erste Checkpoint. Den hab ich glatt umgangen - auch okay, eine Sorge weniger! ;)
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Von jetzt an geht es staendig bergan, der Weg ist breit und ich bin nicht mehr allein. Mit mir sind andere Trekker, Eselkarawanen und einheimische Traeger unterwegs - richtig viel Verkehr. Der Weg ist gut ausgebaut, alle Steigungen bestehen aus nicht enden wollenden Treppenstufen. Es geht an einzelnen Gehoeften und Siedlungen vorbei. Die Bewohner leben meist noch ohne Strom und fliessend Wasser. Die Tiere wie Kuehe, Wasserbueffel oder Ziegen stehen, wenn sie nicht auf den Feldern sind, in einem Anbau, der meist direkt an das Wohnhaus grenzt - also alle unter einem Dach. ;) Es ist ein hartes Leben hier draussen und jeder versucht, an den Wanderern zu verdienen. Am etabliertesten sind dabei die Restaurants und Gasthaeuser, wobei es meist eher eine Kombination aus beidem ist. Wenn man im angeschlossenen Restaurant etwas ist, schlaeft man fuer umsonst. Nette Geschaeftsidee und ein bisschen mehr, viele Wanderer wuerden sich vielleicht selbst versorgen und nur das kostenlose Bett in Anspruch nehmen. So aber bleibt etwas Geld in der lokalen Oekonomie haengen.

Wer kein Restaurant oder Gaesthaus sein eigen nennt, versucht es z.B. mit dem Verkauf von Mandarinen. Meist sind es Kinder die die Fruechte verkaufen. Zum Wandern sind sie super geeignet, bei den endlosen Treppen ist man mit dem Schaelen der Fruechte beschaeftigt und kann sich dann fuer jeden geschaften Absatz belohnen. Und nebenbei schmecken sie auch gut und man deckt sich mit den noetigen Fluessigkeiten ein. Ich war jedenfalls ein begeisterter Nutzer dieses Services. ;)

Den ersten Tag dieser Wanderung hab ich in Tikedungha beendet. Spontan hab ich mir die Daulaghiri-Lodge ausgesucht, etwas gegessen und mit einer internationalen Reisegruppe bei Kerzenschein ueber das Trekken in Nepal geplaudert.

  • 2. Tag: Tikedungha - Ghoropani

Eins wird mir gleich zum Beginn des heutigen Tages klar: Die paar Treppenstufen gestern waren nur die Aufwaermuebung fuer heute. Gleich zum Beginn geht es steil bergauf, mehr als 500 Hoehenmeter sind schon in den ersten Stunden zu ueberwinden. Wieder hat sich die Sonne dazu gesellt und macht das ganze erst recht schweisstreibend. Nun war ich auch nicht unbedingt einer der Fruehaufsteher, eher wohl einer der letzten - naja, so kann ich das Feld von hinten aufrollen. ;)

Nach dem ersten Anstieg ergibt sich ein toller Ausblick aufs Tal und die Terrassenfelder. Ueber Jahrhunderte gewachsen nehmen sie nun das ganze Tal ein. Die meiste Zeit des Jahres ist der Anbau von Feldfruechten moeglich, selbst die Winter sind sehr mild. Wobei sich "mild" wahrscheinlich eher auf die sonst ueblichen Winterbedingungen in Nepal bezieht.

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Kaum verlasse ich dieses Tal aendert sich die Natur. Nachdem es wieder einige Hoehenmeter hinabging befinde ich mich nun mehr oder weniger im Dschungel. Moosbewachsene Baeume, Epiphyten und riesige Rhododendrenbaeume saeumen meinen Weg. Waehrend derer Bluetezeit muss das ganze nur wahnsinnig aussehen! Jetzt jedenfalls bin ich hier voellig allein und im Guide stand, dass dies der gefaehrlichste Part des Trecks ist, hier ist wohl schon so mancher Wanderer sein Geld los geworden. Mir ist nix passiert und ich kann mich wohlbehalten an den naechsten Anstieg wagen. Nun geht es bis auf 2700m nach oben, bis zum heutigen Etappenziel Ghoropani. Auf dem Weg dahin begegne ich John und Anne, die sich mit ihren mehr als 50 Jahren eher gemaechlich dem Gipfel naehern. Sofort entspannt sich eine interessante Diskussion und so wandern wir gemeinsam, irgendwie ist es mir auch angenehmer, hier nicht allein unterwegs zu sein. ;)

Ghoropani selbst liegt wirklich auf der Spitze des Berges, zu beiden Seiten des Dorfes geht der Weg steil bergab. Wir steigen in der Dhaulaghiri-Lodge ab. Die Sonne geht ziemlich schnell unter und mit ihr sinken die Temperaturen. Alles versammelt sich um den einzigen Ofen, der soziale Mittelpunkt im Hotel. John zeigt stolz die Fotos seines Hauses in England, direkt am Aemelkanal gelegen. Als Architekt hat er das Gespuer, aus einer alten Scheune ein tolles Haus mit dem gewissen Etwas zu zaubern. Nach einem tollen Abendessen, naja, nach so einem anstrengenden Tag schmeckt alles super ;), verschwinde ich im Bett, morgen heisst es frueher als die Sonne aufstehen.

  • 3. Tag: Ghoropani - Tatopani

Von heute an geht es nur noch bergab, sagt zumindestens meine Karte. Bevor ich mich jedoch darauf freuen kann, heisst es erstmal wieder Treppensteigen, nochmals 400 Hoehenmeter gewinnen um einen tollen Sonnenaufgang ueber der Annapurna-Range und den Dhaulagiri zu erhalten. Schneller als gedacht sind John und ich hier hoch gekommen und hinter uns quaelt sich die Sonne durch die Wolken. Gleich einer Karawane schieben sich Dutzende Trekker und deren Fuehrer den Berg empor um dem Sonnenaufgang zu huldigen.

Oben angekommen begruessen uns die ersten Sonnenstrahlen. Ein atemberaubender Ausblick bietet sich uns und zu unserem Glueck hat es auch noch aufgeklart! Die Achttausender sind zum greifen nah. Man glaubt kaum, dass nochmals 5000 Hoehenmeter notwendig sind, um die Gipfel zu erreichen. Ich kann ausserdem einen Blick auf das tiefste Tal der Welt erhaschen, dass heute mein Ziel sein wird.

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Nach einem gemeinsamen Fruehstueck mit Anne und John geht es gegen 11.00 los. Immer bergab, den Dhaulagiri fest im Blick. Treppenstufen wechseln sich mit einem "normalen"Wanderweg ab, jedoch will der Weg einfach nicht enden... Endlich auf Flussniveau wartet doch tatsaechlich ein TRC- und ein Mao-Checkpoint auf mich. Das TRC ist eine sehr neue Regelung die besagt, dass man als Trekker mindestens einen Guide oder einen Traeger braucht. Idee dahinter ist es, mehr Einheimische in Lohn und Brot zu bringen. Jedoch ist damit unabhaengiges Trekken unmoeglich und viele wollen ja gerade allein in der Natur unterwegs sein. Selbst Guides in Pokhara haben mir gesagt, dass sie mit dieser gesetzlichen Regelung ebenfalls nicht einverstanden sind. Ich habe Trekker getroffen, die aufgrund dieser Regelung wohl das letzte Mal in Nepal gewesen sind. Der Mao-Checkpoint existiert jedoch schon ein Weilchen. Das ist nichts als moderne Wegelagerei, da mit den Einnahmen aus dem Wegezoll der Widerstandskampf finanziert wird. Offiziell werden mit dem Geld lokale Infrastrukturen wie Schulen, Brunnen oder Aerzte finanziert - die Tochter des Maoisten-Fuehrers studiert in den USA...
Egal, hier muss ich vorbei um nach Tatopani zu kommen. Vor mir ist eine Reisegruppe und ich versuche, mit ihnen durchzuschluepfen. Nix da, der Checkposten begruesst mich freundlich aber bestimmt. Nun zeigt sich, was der Brief wirklich wert ist. Und siehe da, nach zweimaligem Lesen wird mir der Brief mit einem herzlichen Danke zurueckgegeben und ich darf passieren. So auch beim Mao-Checkpoint - schliesslich hab ich ja genau das getan, wofuer die Maoisten offiziell das Geld einsammeln! ;) Dann die letzten Kilometer rein in die Schlucht, nochmals 2 Haengebruecken ueberquert und dann ist das Tagesziel erreicht - Tatopani! Auf deutsch "heisses Wasser".
Wieder steige ich in einer Dhaulagiri-Lodge ab. Orangenbaueme, deren Duft und das Rauschen des Gebirgsflusses umgeben mich! Hier koennte ich wohl ein paar Tage bleiben...Erstmal auf zu den heissen Quellen am Flussufer und ein Bad genommen! Herrlich, schoen warm, mit einem Bier in der Hand und dem Blick hoch zu den 8000ern laesst es sich aushalten! Den Tag beende ich mit Lasagne, Bier und einem Schokoladenkuchen!!! Als ich mir den Kuchen bestelle fragt mich der Besitzer des Hauses, wie lange ich denn gedenke zu bleiben - tja, darauf hab ich selbst noch keine Antwort. Er empfiehlt mir zu warten, "was Ihnen Ihr Traum sagt. Manchmal muss man einfach auf seine Traeume hoeren." Recht hat er, Entscheidungen koennen doch so einfach sein...

  • 4. Tag: Tatopani - Beni

Mein Traum war sehr verworren, so dass ich schlussendlich doch selbst entschieden hab. Es ist wirklich wunderschoen hier, aber es gibt noch soviel zu sehen und leider draengt die Zeit, schliesslich geht am 20. der Flieger. Also doch weiterwandern.
Die Strecke heute war wundervoll, wenn man mal vom Strassenbau absieht. Wieder an den Checkpoints problemlos vorbei geht es immer am Fluss entlang. Das Tal variiert zwischen schluchtartig schmal mit steil aufragenden Haengen zu beiden Seiten und weitlaeufigen Ebenen mit Terrassenfeldern. Es macht mir wirklich Spass hier entlang zu laufen, es macht Vorfreude auf mehr, sollte ich hierher zurueckkehren. Letzter hab ich mir fest vorgenommen, ist Nepal doch so schoen zum ausspannen und die Welt Welt sein zu lassen. Aber man muss sich beeilen, wenn man den Annapurna-Circuit noch "unverfälscht" erleben möchte. Der Strassenbau schreitet voran und wird wohl bis Jomson reichen. Es ist ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite der Tourist/Trekker der gerade diesen Ort aufsucht, da er eben nicht per Strasse erreichbar ist. Es ist diese Unberührtheit, Unverfälschtheit, dieses so weit wie möglich entfertn von jeglicher "Zivilisation" sein, das er sucht. Aber auf der anderen Seite sind die Einheimischen, bei denen eine Strasse gleichbedeutend mit besserer und preiswerterer Versorgung, medizinische Betreuung, Zugang zu Märkten etc. ist. Im Moment sieht es so aus, als ob die Strasse nur eine Piste wird, die von schmalen Jeeps befahrbar ist. Dies koennte ein Kompromiss sein, doch neigen solche Strassen durch Ausweichstellen immer breiter zu werden und irgendwann kommt der Asphalt. Auch wird der Trekking-Pfad dieser Strasse geopfert - ergo muss man spaeter Autos ausweichen.

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Die breiteren Strassen hab ich schon auf dem Weg nach Beni gesehen. Auf halbem Weg nach Beni kann der muede Trekker in Jeeps steigen. Diese bringen ihn dann bis zur naechsten Haengebruecke, umsteigen in einen Bus und weiter gehts bis zur naechsten Brücke in Beni. Dort wartet dann der Bus nach Pokhara...ich konnte nur alle bemitleiden, die dies gemacht haben. Denn das Tal ist echt wunderschön, okay, den zweiten Teil kann man sich wirklich sparen. Da ist der Trail nun schon eine Schlaglochübersehte Piste, 4-5 m breitund es macht keinen Spass, dort zu laufen. Ich kann aber die müden Trekker verstehen, wenn sie nach 2 bis 3 Wochen wandern die erstbeste Möglichkeit nutzen. wieder fortbewegt "zu werden". ;)
Auf dem Weg zurück nach Pokhara löst sich ein Reifen des Buses mit lautem Knall in Rauch und einzelne Gummistückchen auf - just an meinem Platz. Knall und Lichtausfall im Bus lösen erstmal andere Gedanken aus, schliesslich ist das alles hier noch Maoistengebiet...Nach 30 min ist der Reifen gewechselt und es geht weiter, zurück nach Pokhara, zurueck in die Zivilisation.

Posted by Kays Welt 14.11.2006 7:14 AM Archived in Nepal Comments (0)

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