A Travellerspoint blog

Mar 2007

Bürokratie!

Sonst hab ich mich in den ersten Tagen im neuen Land immer mit Sehenswuerdigkeiten beschaeftigt. Aber es geht auch anders ...

sunny 32 °C

Die ersten Tage in Perth hab ich mehr mit dem erledigen wichtiger Dinge verbracht als mit Sightseeing. Ehrlich gesagt hab ich da auch im Moment noch keine rechte Lust drauf!
Als erstes hab ich mir mein Arbeitsvisum in den Pass kleben lassen. Sieht nicht sonderlich schön aus…, dann noch ein Bankkonto beantragt. Da nur eine Bank am Samstag offen hatte, hab ich halt die Commonwealth Bank genommen, solch ein Kundenservice muss ja auch mal belohnt werden! ;) Ist obendrein das günstigste Konto und wenn der nette Mensch auf der anderen Seite der Glasscheibe es hinbekommt, bekomm ich mein Konto vielleicht auch zu Studi-Konditionen, also for free! Was braucht der Mensch noch?
Richtig, ne Steuernummer. Die kann man zum Glück online beantragen und sie wird einem dann zugesendet. Als nächstes hab ich meinen Lebenslauf auf Vordermann gebracht, unendlich viele Webseiten durchstöbert nach den besten Tipps dafür. Hab danach meinen Lebenslauf Martin gezeigt. Martin ist Ire, nun schon mehr als 1 ½ Jahre in Perth und beantragt gerade die dauerhafte Wohn- und Arbeitserlaubnis für Australien. Sein Kommentar, mein englisch sei besser als seins, spricht wohl eher gegen ihn als für mich! ;) Egal, Martin ist nämlich Chef des WestJobShops, eine Art Arbeitsvermittlung für Backpacker. Kaum hatte er meinen Lebenslauf gelesen, hatte ich auch schon meinen ersten Job: eine html-Email sollte ich für ihn bauen, mit der er mögliche Arbeitgeber ansprechen will. Lohn dafür war eine Woche free accomodation und soviel Internetzeit wie ich brauche. Ein paar Stunden mehr gesurft denn gearbeitet und schon 66 Euro gespart.
Okay, das ging schnell mit dem ersten Job. Aber so eine Bewerbung muss ja gestreut werden um den grösstmöglichen Rücklauf zu bekommen. Also auf zum nächsten Jobshop. Als ich da ankam, war die Bearbeiterin gerade am telefonieren. Vor ihr sass ein Backpacker. Ich setzte mich und hörte ihrem Gespräch zu. „Ja Rob, ich hab 2 Leute für Dich, einer aus Holland und einer aus „ da stockte sie und schaute mich erwartungsvoll an. ??? äääh Germany! „ja und aus Deutschland, können beide morgen starten!“ Was für ein Film läuft denn hier ab??? Tja, und schon hatte ich den nächsten Job, 2 Wochen Birnen pflücken! Mehr davon dann demnächst!

Posted by Kays Welt 13.03.2007 9:37 AM Archived in Australia Comments (0)

Australien – here we are!

sunny 32 °C

Hier bin ich nun, hat ja auch lange genug gedauert. ;) Jahrelanges Verschieben wegen den verschiedensten Gründen wie kein Geld – eigentlich immer der Hauptgrund – neuer Job, neues Studium etc. hatte ja schon zu Sprüchen wie „Daran glaub ich erst, wenn Du da bist“ geführt. Ehrlich gesagt, ging mir es da manchmal nicht anders! ;)

Aber das alles liegt nun weit weit hinter mir und vor mir ein grosser Kontinent voll spannender Natur, Menschen und hoffentlich Jobs. Stilecht bin ich mit dem fliegenden Kängeruh – Qantas – in Perth eingeschwebt.

Eigentlich ist fliegen für mich mittlerweile langweilig geworden. Kaum hat man das Flugzeug bestiegen und den einzig wirklich spannenden Teil – den Start – erlebt, möchte ich schon gerne wieder landen und aussteigen. Die Faszination Fliegen ist in Zeiten von Billigairlines auf die reine Raumüberwindung geschrumpft. Entsprechend hatte ich mir vorgenommen, auf dem 5 stündigen Flug zu schlafen, da ich ja nachts um 2.00 Uhr in Perth landen würde. Tja, da hatte ich wohl die Rechnung ohne den Wirt gemacht! Die erste positive Überraschung war die Sitzreihenanordnung: nur 2 Reihen an den Fenstern und in der Mitte 4 Sitze. Damit braucht man nur noch einen Mitreisenden hochscheuchen, wenn man die Toilette aufsuchen möchte.

Kurz nach dem Start gab es dann erstmal was zu trinken, wurden warme Tücher ausgeteilt und mit dem Verteilen des Essens begonnen. Just bevor ich mein Essen bekommen sollte, wurde das Austeilen wegen der nun deutlich stärkeren Turbulenzen eingestellt. Nun, mehr Zeit um das ausgefeilte Bordprogramm, das eigentliche Highlight, auszuprobieren. Soviel Spass hatte ich schon lange nicht mehr auf einem Flug. Jeder Fluggast hat seinen eigenen Bildschirm, die Fernbedienung ist zugleich Telefon und Spielekonsole. Zur Auswahl standen viele Filme, sogar die derzeitigen Kinohighlights sind dabei. Dazu Reportagen von BBC, Kinderfilme und Comics. Wer es lieber musikalisch mag, hat die Auswahl zwischen mehr als 100 CDs. Aber nicht das man sich die einzeln anhören müsste, nein man kann seine eigene Playlist kreieren und somit einen Mix aus verschiedenen CDs erstellen! Oder halt Radio hören …. Ja und Spiele gibt es natürlich auch! Doch bevor ich die ausprobieren konnte, gab es dann doch was zu essen und ne Flasche australischen Weisswein! Mensch wie war das schön mal wieder Wein zu trinken. Der letzte war ja nun auch schon wieder mehr als einen Monat her – natürlich hab ich mir noch ne zweite gegönnt. Gut angeheitert und mit den Spielen beschäftigt war an Schlaf nicht zu denken und es machte sich nun eine gewisse erwartungsvolle Unruhe auf Australien breit! Obwohl der Flug auch ruhig hätte ein bisschen länger dauern können landeten wir pünktlich mitten in der Nacht in Perth.

Sollte ich nun auch wie der Papst den Fussboden küssen, schliesslich war ich nach einer 7 monatigen Reise am Ziel meiner Träume? Um eine problemlose Einreise zu gewährleisten, hab ich dann doch lieber darauf verzichtet. ;) Apropos Einreise: Natürlich bekommt man wieder einen Einreisezettel, auf dem dann viele Fragen zu beantworten sind wie: „Haben Sie Dinge aus Holz dabei?“, „Waren Sie innerhalb der letzten 30 Tage in Dschungelgebieten unterwegs?“, „Führen Sie Lebensmittel ein?“ oder „Haben Sie Schuhwerk, an denen noch Erdreste haften können?“. Durch meine lange Reise schon routiniert hab ich schnellstmöglich überall nein angekreuzt, schaut ja sowieso keiner so genau nach. Denkste, die Australier nehmen das sehr genau! In Sichtweise zu den Gepäckbändern sind die Röntgenapparate aufgebaut, alles wird überprüft. Beim warten auf meinen Rucksack hab ich mir dann den Zettel noch mal genau durchgelesen. Mmmh, war ich nicht erst eine Woche vor meinem Abflug im Dschungel Malaysias unterwegs? Ob da noch Erdreste an den Wanderschuhen sind? Ach ja, ich hab ja ein Schachspiel aus Holz dabei …. und ein Messer mit Holzgriff, Anne sei dank! Uuups … leicht eingeschüchtert durch die sich abzeichnende Prozedur und den Warnschildern überall hab ich mich mit meinem Rucksack dann doch zur roten Schlange aufgemacht und noch das Kreuz bei „Holzwaren“ geändert. Nach mehr als einer halben Stunde warten durfte ich dann mein Schachspiel vorzeigen. „Na das sieht ja super aus, kein Problem!“ Und damit war ich entlassen! Herzlich Willkommen in Perth, Australien!

Posted by Kays Welt 08.03.2007 9:30 AM Archived in Australia Comments (0)

Good Bye Asien!

Nach mehr als 7 Monaten in Asien heisst es nun Abschied nehmen!

sunny 31 °C
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Ja, 7 (!) Monate bin ich nun schon in Asien unterwegs. Und heute ist mein letzter Abend hier, morgen um diese Zeit bin ich schon im Flieger nach Perth (Australien). Im Moment schwanke ich zwischen Vorfreude auf das Neue, mich den Herausforderungen zu stellen und der Aussicht, einfach mal wieder arbeiten zu gehen! Auf der anderen Seite schwingt aber im Moment auch viel Wehmut und Trauer mit, diesen tollen Kontinent nun zu verlassen. Und Singapore macht es da nicht einfacher, diese Stadt ist fuer mich einer der vielen Hoehepunkte hier in Asien. Eigentlich genau die richtige Zeit, mal zurueckzuschauen und sich zu erinnern, was ich die ganze Zeit denn so getrieben hab.

Ende Juli ging alles mit dem Flug nach Riga los, voellig chaotisch und nicht wirklich organisiert, ebensowenig wie mein Treffen mit Sandra in Tallinn. Moskau wurde im stop-over Verfahren abgehandelt, nur eine Fussnote auf dem Weg zum ersten Abenteuer - die Fahrt auf der Transsibirischen Eisenbahn. Dreieinhalb Tage auf vielleicht 5 Quadratmetern mit 3 Generationen russischer Frauen - inklusive russischer Gastfreundschaft, dem Bier Baikal 7, dem einschlaeferndem klickklack-klickklack der Schienenstoesse, endlosen Birkenwaeldern und natuerlich "Chai" (Tee). Am Ende war ich dann doch froh, angekommen zu sein um mich dem ersten Workcamp meiner Reise zu widmen.

Der August war vornehmlich vom Wegebau, sitzen am Lagerfeuer, russischen Liedern, sehr viel Spass und dem Baden im eiskalten Bergbach und im Baikalsee gepraegt. Eine Erfahrung, die ich nicht missen moechte, eher moechte ich sie wiederholen! ;) Ebenso wie die anschliessende Fahrt auf die Sonneninsel des Baikalsees, Olchon! In dieser Landschaft wirken alle Farben als wuerden sie im Bildbearbeitungsprogramm noch zusaetzlich verstaerkt. Ende August ging es dann weiter in die Mongolei, Jeepsafari durch die Gobi. Unendliche Weiten, eine sich nur abundzu aendernde Natur, das Schlafen in Jurten und eintoeniger Reis mit Lamm...

Im September dann kam meine Mutter nach China, zwei Wochen mit mir zusammen das Land unsicher machen! Neben Shanghai, Hangzhou, den Terrakotta-Kriegern, Beijing, der Mauer ging es auch auf dem Yangtze durch die 3 Schluchten. Ich denke, meine Mutter wird sich noch lange an diese Reise erinnern. Und schon war ein Viertel Jahr rum ...

Den Oktober habe ich erstmal damit zugebracht, die chinesische Buerokratie mit der Verlaengerung meines Visums zu beschaeftigen. Und mich selbst quaelte die Frage, wie denn nun weiter. Bis hierhin waren ja die Fixpunkte geplant, nun mussten neue Ideen her. Nach verschiedensten Ueberlegungen hab ich mich dann entschieden, in Nepal an einem Workcamp von SCI teilzunehmen. Und auf einmal musste alles ganz schnell gehen, am 26. Oktober hiess es antreten in Nepal. Auf dem Weg dahin galt es aber noch die Kultur der Tibeter kennenzulernen und den Himalaya zu ueberquaeren. Dabei hab ich gleich einen neuen Rekord fuer mich aufgestellt, denn hoeher als 5400 m bin ich noch nie gekommen.

Der November war dann vom malern einer Schule und dem anschliessenden Trekking gepraegt. Einfach mal 4 Tage lang auf Wegen, die noch nie ein Auto gesehen haben, an sehr einfach lebenden aber immer freundlichen Menschen vorbei und dabei immer in wunderschoener Natur mit dem Blick auf die Achttausender. Definitv eines der Highlights! Und Ende des Monats kam dann Anne, meine Reisebegleitung fuer die naechsten 2 Monate in Hongkong an.

Zusammen haben wir dann im Dezember Suedwestchina unsicher gemacht, eine Region die nicht allzuviele Touristen besuchen, mal abgesehen von den Kaarstfelsen in Guilin. Wenn man sich der Grenze zu Vietnam und Myanmar naehert, wirkt alles so unchinesisch und unterstreicht nur, dass eingepraegte Bilder oder Meinungen allzuoft auf Reisen ueber Bord geworfen werden muessen! Was ja nichts schlechtes ist ... Weihnachten haben wir dann in Hanoi gefeiert und uns zur Feier des Festes nicht nur franzoesische Suessigkeiten gegoennt, sondern auch eine Fahrt in die Halong Bay, mal wieder Kaarst sehen! ;) Silvester wurde dann ganz ruhig im Dschungel gefeiert, angestossen haben wir mit einem Bier.

Die folgenden 3 Wochen wurde Vietnam von Nord nach Sued durchquert und ich habe zum ersten Mal das asiatische Festland verlassen. Phu Quoc heisst die Insel und fuenf Tage nur Strandfaulenzen waren auch eine neue Erfahrung fuer mich. Danach per Boot nach Kambodscha und sich die Reste der einstigen Hochkultur der Khmer anschauen - Angkor Wat! Bei bruetender Sonne auf den Spuren Lara Crofts durch die Tempel streifen und dabei die doch sehr detailreichen Verzierungen bewundern. Und weiter gings nach Bangkok, der Abflug Annes nahte. Nach zwei gemeinsamen Monaten fiel uns der Abschied sichtbar schwer. Fuer mich war nun ein halbes Jahr rum und ich stand wieder vor der Frage, wie weiter.

Erstmal abgammeln in Bangkok, von den 4 Wochen Thailand im Februar hab ich knapp drei in Bangkok verbracht. Das Hostel war aber auch ein zu netter Ort ... Zum Schluss dann doch noch shoppen gewesen und losgekommen, wieder auf dem Weg in Richtung Sueden, also Australien naeher kommen. Malaysia ist auch nur etwas mehr als ein Stopp-Over gewesen, leider! Aber hat das erste muslimische Land auf meiner Reise durchaus Appetit auf mehr gemacht, hat es doch ein reichhaltige, vor allem koloniale Kultur und einen der groessten zusammenhaengenden tropischen Regenwaelder.

Tja, und nun bin ich in Singapore, dem suedlichsten Punkt in Asien, dem man sich ohne Schiff naehern kann. Eines ist fuer mich sicher, Asien habe ich nicht bereut und werde auf jeden Fall wiederkommen. All jenen, die auf Asien mit "Was willste denn DA????!" reagiert haben kann ich nur sagen, es lohnt sich und ihr werdet soviele verschiedene Eindruecke bekommen. Von der Anzahl und Verschiedenheit der Kulturen ist Asien problemlos mit Europa vergleichbar!

Aber nun genug zurueckgeschaut, jetzt heisst es vorwaerts, auf nach Australien! Von dort gibt es dann mehr von mir, vorausgesetzt ich loese mich nicht in Wasserdampf auf. In Perth erwarten mich naemlich mehr als 40 (!!!) Grad Celsius ...

Bis denne
Euer Kay

Posted by Kays Welt 06.03.2007 8:56 PM Archived in Singapore Comments (0)

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